Methode – 18 – Die Kamera als beobachtendes Auge – Apperzeption
Die Kamera als beobachtendes Auge – Apperzeption
Die Kamera ist ein wichtiges Instrument. Sie schärft meinen Blick. Ich fotografiere zum Beispiel Textstellen, Pflanzen, Sonnenstand und Tiere. Ich habe beim Betrachten festgestellt, dass meine Wahrnehmung und mein Fokus beim Fotografieren kein Zufall ist. Die Fotos zeigen mir, dass ich etwas Bestimmtes suche, dass mich etwas besonders interessiert oder dass ich mit der Fotografie ein Gefühl festhalten will. Ich will ein Weltgefühl festhalten, die Beziehung zur Welt, wie ich sie herstelle, und wie ich mich in ihr verankert habe, oder verankern will, festhalten. Ich verbinde ein Gefühl in mir, eine historische Erkenntnis in mir mit der Welt draussen. Ich halte diesen Moment fest und entreiße ihn so dem augenblicklichen Zerfall und dem Verschwinden. Ich stelle nämlich fest, dass ich die Grundsätze, die in unseren Gesellschaften wirksam sind, in Frage stelle: ich notiere folgendes:
Die Würde des Menschen, die Würde des Tieres, der Pflanze, der Wasser und der Himmel, der Luft und des Lichts und der Insekten, der Bienen, und Hummeln darf nicht angetastet werden. Es ist der 2.November 2017. Mein momentan treuster Begleiter ist eine Fliege, die in der Küche zu überwintern sucht. Sie hat sich an das kühle Glas festgekrallt und hält still.