Methode – 19 – die Rekonstruktion der Familie durch die Anfertigung eines Fotoalbums
Die Rekonstruktion einer Familiengeschichte durch ein Fotoalbum
Du fertigst ein Fotoalbum an, indem du Fotografien, – denen du zum Beispiel keine Aufmerksamkeit schenkst, oder Fotografien, die du wiederholt betrachtest und denen du eine besondere Aufmerksamkeit schenkst – auf einem Papierblatt und in einem Ringordner ohne zeitliche und historische Zuordnung fixierst. Und nun zeigst du Anderen diese Fotografien. Jetzt beginnt die Beobachtung der Geschichte unter einem Mikroskop. Du notierst den ersten Satz, der fällt. Die Rekonstruktion beginnt. Du kombinierst Fotografien so, wie der oder die Betrachtende sich gerade erinnert. Du betrittst nun den Mikrokosmos und hälst seine Mikrostruktur fest. So arbeitest du dich in der Rekonstruktion der Familiengeschichte voran.
Man erkennt in der Mikrostruktur unseres Alltagslebens Muster oder Abweichung von der sozialen Regel. Die Hochzeiten, die Kinder, die Krankheiten, die Geburt, der Tod, die grossen und die alltäglichen Ereignisse, der Mittagstisch, der Garten, die Häuser, die Berufe, die Freunde, der Vater, die Mutter, der Bruder, die Schwester, der Wald, die Landschaften, die Speisen, das Licht, der ganze Duft eines Lebens zeigt sich in der Mikrostruktur.

Die soziale Bindung eines Menschen und die Sprache, in welcher er sich ausdrückt, ist sein Identitätskern und nur sekundär sind Parameter wie die Nation oder Geschlecht, das Alter oder gar die soziale Klasse bestimmend.