Methode – 15 – Die Rekonstruktion der Familiengeschichte anhand des beiläufigen Beisammenseins
Wir sind beiläufig zusammen. Die Geschichten kommen häufig spontan wie ein Gedankenblitz oder ein Gefühlssturm heraus. Man muss immer einen Stift und einen Notizblock bereit haben und die Satzfetzen notieren. Es kann aber auch umgekehrt sein. Es kommt garnichts. Man muss eine Methode entwickeln, die Menschen Raum gibt, zu erzählen. Man lebt mit den Menschen zusammen, arbeitet mit ihnen in der Küche oder im Garten.

Manchmal blieb ich einfach in der Küche sitzen. Ich fragte dann beiläufig etwas. Im Stehen oder im Vorbeilaufen kamen dann Halbsätze und Fetzen, die ich genauso notierte und irgendwann knüpfte ich dann wieder an diese Fetzen an. So entstand ein Gespräch und eine Ruhe im Austausch über eine schwierige Sache, wie es sich später herausstellt. Es war nämlich nie klar, wer was gemacht hatte. Jeder in der Familie hatte eine andere Erinnerung.
Foto: eine zerstörte Brücke in der Stadt Rombas / Ostfrankreich