Methode – 8 – Intuition und Konstruktion
Intuition und Konstruktion-
Ich kann den Abstraktionsvorgang, das Verwandeln von Gefühl in Worte im Nachhinein prüfen, indem ich in die verschiedenen Formate meiner Container gehe und schaue, was dort abgebildet ist. Ich gehe zurück in die Urform. Man kann ein bereits zur Abstraktion verwandeltes Gefühl, also die Verwandlung desselben in ein Wort oder in einen Satz, nicht wieder zurückverwandeln ohne seine Quelle, weil die Abstraktion die Konkretheit auslöscht. Eine Abstraktion steht fest.
Die Vorform der Abstraktion aber, der naive Gefühlszustand, die einseitige Wahrnehmung, der romantische Blick, der Irrtum, die Suchbewegung, der falsche Volltreffer, die Sehnsucht, der Wunsch, das falsch Gedachte, das noch nicht Wahrgenommene, die Täuschung, das intuitiv erfasste exakte Detail oder Momentum ist eine Rohform, die man in Containern wie Artefakte archivieren und somit bewahren kann. So bleiben die Rohformen, die vom Gefühl stark geprägt sind, und was ich erkennen kann, erhalten.
Ich kann auf dieser Grundlage nun rekonstruieren und eine Rekonstruktion zurücknehmen, wenn ich verstanden habe, dass etwas mich fehlgeleitet hat. Ich nehme dann eine neue Spur auf, indem ich wie ein Spürhund zur Vorform zurückkehre, Fährte aufnehme, und von Neuem beginne zu suchen.
Wenn wir Intuition und Konstruktion verifizieren und voneinander unterscheiden können, dann können wir feststellen, wie stark wir von den gesellschaftlichen Vorgängen, ob vergangen oder gegenwärtig, geprägt oder beeinflusst sind. Wir können unsere Beziehung zur Welt dann in einem gewissen Maß autonom in uns selbst ausloten, den Mehrheiten und Moden zum Trotz.
Ich stellte beim Forschen darüber hinaus noch etwas Überraschendes fest: wenn ich alleine in meinem Arbeitszimmer sitze, stecke ich immer im Getümmel der Welt und bin ihr zugleich entronnen. Andere haben so etwas als den Sieg über die Zeit bezeichnet.