I – 13 – Der Kampf gegen die Holocaustleugnung
Holocaustleugnung –
Wenn J. sagte, mein Vater glaubte das nicht, bedeutete das, dass auch sie es nicht glauben musste.
Die amerikanische Historikerin und Holocaustforscherin Deborah Lipstadt wurde 1995 von dem Briten David Irving, der sich als Historiker ausgab und zahllose Schriften publizierte, in denen er behauptete, dass der Holocaust nicht stattgefunden habe, und dass die Gaskammern nur Luftschutzbunker gewesen seien, und die Schächte, in denen das Zyklon B eingeworfen wurde, nur Luftschächte gewesen seien, angeklagt, sie solle ihre Aussage in ihrem Buch „Denying the Holocaust“(1993), in welchem sie David Irving als „one of the most dangerous spokespersons for Holocaust denial.“ bezeichnete, beweisen.
Lipstadt musste nach den Regeln des englischen Gesetzes Irving nachweisen, dass er lügt. Und das tat sie. Sie hat sich behauptet. Der Prozess fand in dem High Court of Justice Queen’s Bench Division statt und wurde im April 2000 für sie entschieden. Der riesige Aufwand unter den Richtlinien des Gesetzes, einem Lügner nachzuweisen, dass er lügt, ist an diesem Prozess gut belegt. Es brauchte ein Team von Anwälten und Historikern, die die Publikationen Irvings studierten, um ihm die Verdrehungen und Fälschungen in seinen Schriften, die vornehmlich in den Fußnoten seiner Schriften zu finden waren, nachzuweisen. Der Prozess war teuer, brauchte viel Expertise und dauerte fünf Jahre.