I – 10 – Leben im Verdrängungsraum – Täterfamilien
Leben im Verdrängungsraum – Täterfamilien
Man entwickelt als Kind im Verdrängungsraum zwar ein Gefühl dafür, dass gelogen wird, aber man bekommt dennoch keinen Zugriff zur Realität oder zu einer Wahrheit. Die Lüge kann selbst als Lüge bestehen, solange sie nicht widerlegt ist. Die gewalttätige Realität, die hinter ihr steckt, bleibt im Dunkeln. Das bezweckt sie und das erreicht sie zunächst auch. In den Erzählungen von J. kamen die Opfer deutscher Massenverbrechen während des deutschen Nationalsozialismus nicht vor. Die gewalttätige Realität des Verbrechens und der Lügen muss wie eine Fiktion auf das Kind gewirkt haben. Dabei gab es für das Kind einmal eine Welt, wo das Leben noch real war.