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Beispiele -16 – kulturelle Genozidpraxis in Westeuropa

Kulturelle Genozidpraxis in Westeuropa

ein Foto genauer betrachtet:

Kinder werden innerhalb einer Familie während der deutschen Besatzung des östlichen Stahlgebiets Frankreichs im Jahr 1941 zur Umerziehung nach Deutschland unter Hitler in die Stadt Gotha in Thüringen gebracht.

„Wir sollten erst ein Jahr bleiben“, erzählte sie mir, „dann blieben wir aber zwei Jahre. Ich war doch erst 8 Jahre alt. Man gibt doch seine Kinder nicht ab! Wieso haben die das gemacht?“ berichtet mir das alte Kind.

Das Entführen und Deportieren von Kindern von einer Gruppe zu einer Anderen, schreibt der Jurist und Begründer der Genozidkonvention Rafael Lemkin, ist eine Genozid-Technik.

This type of genocidal practise appeared to be one of  the cruelest. It tended to interrupt the cultural continuity of a group. It destroyed the spirit, while it kept the body alive.“ Rafael Lemkin – Begründer Genozid Konvention in seiner Autobiografie „Totally unofficial“.

Foto rechts: schaut man genauer hin, sieht man die dunklen Augenringe und den traurigen Blick der Kinder bei einem gezwungenen Lächeln auf den Fotografien aus Gotha in den Jahren 1941/1942. Dabei trugen sie weissgestärkte Blusen unter einem karierten Kleidchen, einen Strohhut mit Bändchen unter dem Kinn zusammengebunden und schwarze Lackschühchen. Das Konzentrationslager Ohrdruf war nur 20 km weiter entfernt.