Beispiele – 24 – Hunde – die Radikalisierung – Analyse eines Gruppenfotos
Hunde – die Radikalisierung – Analyse eines Gruppenfotos
Beim Sortieren und Archivieren in den verschiedenen Wissenscontainern passiert irgend etwas mit mir. Nachts habe ich auf einmal grauenhafte Träume, von denen ich schweißgebadet aufwache. Ein Hund springt mich spielerisch an.
Es gab eine merkwürdige Entwicklung in der Familie Schneider in Rombach mit den Hunden. Hunde waren zunächst freundliche und liebe Tiere. Sie waren Familienmitglieder. Unter dem Einfluss der Nazis veränderte Schneider das. Er fing an, mit Hunden seine Macht in Rombach durchzusetzen, aber auch in der Familie.

Nero, der treue Neufundländer
„Wir hatten Nero, den Neufundländer, der eine rote Schleife um den Hals gebunden hatte. Der brachte dem Vater das Essen auf die Hütte. Der war so gut. Mit dem konnte man spielen, alles machen.“ berichtet M.

Der Schäferhund Harras
„Harras kam nach Nero. Der schnappte seine Menschenopfer an der Kehle und wartete dann auf den Befehl zuzubeißen. Harras war auf Kehle dressiert. Den durften wir nicht anfassen.“
Der sowjetische Schriftsteller Vasily Grossman berichtet aus Treblinka, dass Kurt Franz, einer der Treblinka Kommandanten, seinen Hund Barry darauf abgerichtet habe „to leap up at the doomed people and tear out their sexual organs.“ (Vasily Grossman; Die Hölle von Treblinka, September 1944)

Und jetzt wird mir beim Forschen deutlich: Die Kinder, die die Hunde liebten, mit ihnen spielten, sie küssten und herzten, verloren Nero, den gemütshaften Neufundländer.
Aber was war passiert?